Ginkgoblätter gemahlen

das Blatt eines lebenden Fossils
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Beschreibung

Der Ginkgo ist ein lebendes Fossil. Er gehört keiner der heute dominierenden Pflanzengruppen an, sondern steht botanisch allein – seine Verwandten sind seit über hundert Millionen Jahren ausgestorben. Versteinerte Ginkgoblätter aus der Jurazeit sind von heutigen kaum zu unterscheiden.

Seine fächerförmigen, in der Mitte eingekerbten Blätter sind unverwechselbar. Sie gaben ihm den Artnamen biloba, zweilappig, und den deutschen Namen Fächerblattbaum.

In China und Japan wird er seit Jahrhunderten an Tempeln gepflanzt; einzelne Exemplare sind über tausend Jahre alt. Nach Europa kam er im 18. Jahrhundert. Goethe widmete ihm 1815 ein Gedicht und legte ein Blatt bei – daher der Volksname Goethebaum.

Bemerkenswert ist seine Widerstandsfähigkeit: In Hiroshima überlebten mehrere Ginkgobäume in unmittelbarer Nähe des Explosionszentrums und trieben im Folgejahr wieder aus.

Gemahlen lassen sich die Blätter unmittelbar in Mischungen und Zubereitungen einarbeiten.

<p><strong>Als Aufguss:</strong> Eine Messerspitze bis einen halben Teelöffel in einen Teefilter geben, mit 250 ml heißem Wasser übergießen und fünf bis acht Minuten ziehen lassen. Ohne Filter lässt sich das Pulver kaum abtrennen.</p>
<p><strong>Dosierung:</strong> Vom Pulver genügt etwa die halbe Menge der Schnittware, weil es seine Inhaltsstoffe schneller freigibt.</p>
<p><strong>In Mischungen:</strong> Als kleiner Anteil in Kräuterpulvermischungen.</p>

<p><strong>Kräuterpulvermischung:</strong> Eine Messerspitze gemahlene Ginkgoblätter mit einem Teelöffel gemahlener Zitronenmelisse mischen und in Teefiltern portionsweise aufbrühen.</p>
<p><strong>Milder Aufguss:</strong> Eine Messerspitze Ginkgopulver in einen Teefilter geben und mit heißem Wasser übergießen.</p>

<p>Getrocknete Ginkgoblätter enthalten von Natur aus Ginkgolsäuren. Diese gelten als stark allergisierend und werden in Fertigarzneimitteln gezielt abgereichert – im ungereinigten Blatt sind sie vollständig enthalten. Bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Ginkgo oder gegenüber Anacardiaceen (Cashew, Mango, Pistazie) sollte auf die Verwendung verzichtet werden.</p>
<p><strong>In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern und Jugendlichen sollte auf die Verwendung verzichtet werden.</strong></p>
<p>Wer gerinnungshemmende Arzneimittel einnimmt oder vor einer Operation steht, sollte auf Ginkgo verzichten oder die Verwendung unbedingt vorab mit Ärztin, Arzt oder Apotheke abklären. Das gilt auch bei Epilepsie und bei Einnahme von Antidepressiva.</p>
<p>Nicht für die dauerhafte tägliche Verwendung über längere Zeiträume vorgesehen. Bei Hautreaktionen, Kopfschmerzen oder Magenbeschwerden die Anwendung beenden.</p>
<p>Das feine Pulver staubt leicht – beim Abfüllen vorsichtig arbeiten und nicht einatmen.</p>

Ginkgo biloba L. (Ginkgo folium pulv.)

  • Ginkgo
  • Fächerblattbaum
  • Elefantenohrbaum
  • Goethebaum
  • Tempelbaum
  • Silberaprikose

Kühl und trocken lagern. Am besten licht- und luftgeschützt in geeigneten Behältern wie Dosen oder dunklen Gläsern. Gemahlene Blätter sollten zügig verbraucht werden.

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