Beifußkraut / Artemisia vulgaris geschnitten

Beifußkraut geschnitten

bitter-würzig, vielseitig
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Beschreibung

Der Gewöhnliche Beifuß wächst in ganz Europa an Wegrändern, Bahndämmen, Schuttplätzen und Flussufern – so unscheinbar, dass die meisten achtlos an ihm vorbeigehen. Botanisch gehört er zu den Korbblütlern; erkennbar ist er an den tief eingeschnittenen Blättern, die oberseits dunkelgrün und unterseits silbrig-weiß filzig sind.

Kulturgeschichtlich ist er dagegen eine Schwergewichtsklasse für sich. Sein Gattungsname verweist auf Artemis, die griechische Göttin der Wildnis. In der germanischen Überlieferung galt er als „Mater herbarum“, Mutter aller Kräuter, und stand im angelsächsischen Neun-Kräuter-Segen an erster Stelle.

Der deutsche Name führt in die Irre: Er stammt nicht vom Fuß, sondern vom althochdeutschen Wort für stoßen oder schlagen – weil das Kraut zum Würzen zerstoßen wurde.

In der Küche ist Beifuß das klassische Gewürz zu Gänse- und Entenbraten. Sein bitteres, würziges Aroma passt zu allem, was fett und deftig ist. Zur Sommersonnenwende geschnitten und zu Gürteln gebunden, gehörte er außerdem zu den klassischen Sonnwendkräutern – daher die Namen Sonnenwendkraut und Gürtelkraut.

<p><strong>Zum Braten:</strong> Ganze Zweige in die Bratenfüllung geben oder das geschnittene Kraut über den Vogel streuen. Vor dem Servieren die groben Stängelteile entfernen.</p>
<p><strong>Als Tee:</strong> Einen halben bis ganzen Teelöffel mit 250 ml heißem Wasser übergießen, zugedeckt fünf Minuten ziehen lassen und abseihen. Beifuß ist deutlich bitter – sparsam dosieren und bei Bedarf mit Melisse oder Pfefferminze abmildern.</p>
<p><strong>Dosierung:</strong> Sparsam bleiben, der bittere Charakter setzt sich schnell durch.</p>
<p>Gut kombinieren lässt sich Beifuß mit Majoran, Thymian, Wacholderbeeren und Orangenschale.</p>

<p><strong>Gänsebraten mit Beifußfüllung:</strong> Die Gans mit Äpfeln, Zwiebeln und zwei Teelöffeln geschnittenem Beifuß füllen, salzen und bei niedriger Temperatur mehrere Stunden braten.</p>
<p><strong>Beifuß-Aufguss:</strong> Einen halben Teelöffel Beifußkraut mit 250 ml heißem Wasser übergießen, fünf Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Mit Zitronenmelisse gemischt wird er deutlich milder.</p>
<p><strong>Deftige Kräutermischung:</strong> Beifuß, Majoran und Thymian zu gleichen Teilen mischen – eine klassische Würzung für Schmorgerichte.</p>

<p>Beifuß gehört zu den Korbblütlern. Bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Korbblütlern (Beifuß, Kamille, Arnika, Ambrosia) sollte auf die Verwendung verzichtet werden – Beifußpollen zählen zu den häufigsten Auslösern von Heuschnupfen.</p>
<p>Beifuß enthält Thujon. In Schwangerschaft und Stillzeit sollte auf die Verwendung verzichtet werden; das gilt auch bei Krampfneigung oder Epilepsie. Haushaltsübliche Würzmengen sind für andere Personen unproblematisch, größere Mengen über längere Zeiträume sollten gemieden werden.</p>

Artemisia vulgaris L. (Artemisiae vulgaris herba conc.)

  • Gewöhnlicher Beifuß
  • Gemeiner Beifuß
  • Gewürzbeifuß
  • Sonnenwendkraut
  • Jungfernkraut
  • Gürtelkraut

Kühl und trocken lagern. Am besten licht- und luftgeschützt in geeigneten Behältern wie schönen Dosen oder dunklen Gewürzgläsern.

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