Beifußkraut gemahlen

fein gemahlen, bitter-würzig
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Beschreibung

Der Gewöhnliche Beifuß wächst in ganz Europa an Wegrändern, Bahndämmen, Schuttplätzen und Flussufern – so unscheinbar, dass die meisten achtlos an ihm vorbeigehen. Botanisch gehört er zu den Korbblütlern; erkennbar ist er an den tief eingeschnittenen Blättern, die oberseits dunkelgrün und unterseits silbrig-weiß filzig sind.

Kulturgeschichtlich ist er dagegen eine Schwergewichtsklasse für sich. Sein Gattungsname verweist auf Artemis, die griechische Göttin der Wildnis. In der germanischen Überlieferung galt er als „Mater herbarum“, Mutter aller Kräuter, und stand im angelsächsischen Neun-Kräuter-Segen an erster Stelle.

Der deutsche Name führt in die Irre: Er stammt nicht vom Fuß, sondern vom althochdeutschen Wort für stoßen oder schlagen – weil das Kraut zum Würzen zerstoßen wurde.

In der Küche ist Beifuß das klassische Gewürz zu Gänse- und Entenbraten. Sein bitteres, würziges Aroma passt zu allem, was fett und deftig ist.

Gemahlen verteilt sich das Kraut gleichmäßig in Saucen und Füllungen.

<p><strong>Zum Braten:</strong> Gans, Ente oder Schweinebraten vor dem Garen innen und außen mit einer Prise gemahlenem Beifuß einreiben. Ein halber bis ganzer Teelöffel für einen ganzen Vogel.</p>
<p><strong>In der Sauce:</strong> Eine Messerspitze in den Bratenfond einrühren.</p>
<p><strong>In Füllungen:</strong> Zu Semmel-, Kastanien- oder Apfelfüllungen.</p>
<p><strong>Wie viel:</strong> Sparsam bleiben. Beifuß ist deutlich bitter und dominiert schnell – gemahlen noch stärker als geschnitten.</p>
<p>Gut kombinieren lässt er sich mit Majoran, Thymian, Wacholderbeeren und Orangenschale.</p>

<p><strong>Klassischer Gänsebraten:</strong> Die Gans innen und außen salzen und mit einem halben Teelöffel gemahlenem Beifuß einreiben. Mit Äpfeln, Zwiebeln und Beifußzweigen füllen und bei niedriger Temperatur mehrere Stunden braten.</p>
<p><strong>Deftige Bratensauce:</strong> Den Bratenfond entfetten, mit Brühe aufgießen, einkochen lassen und eine Messerspitze Beifuß einrühren.</p>
<p><strong>Kartoffelsuppe mit Beifuß:</strong> Eine kräftige Kartoffelsuppe mit einer kleinen Prise Beifuß abrunden – das nimmt ihr die Schwere.</p>

<p>Beifußkraut enthält von Natur aus Thujon und wird traditionell sparsam verwendet, nicht als Alltagstee. Nicht geeignet bei Epilepsie, in der Schwangerschaft und für Kinder.</p>

Artemisia vulgaris L. (Artemisiae vulgaris herba pulv.)

  • Gewöhnlicher Beifuß
  • Gemeiner Beifuß
  • Gewürzbeifuß
  • Sonnenwendkraut
  • Jungfernkraut
  • Gürtelkraut

Kühl und trocken lagern. Am besten licht- und luftgeschützt in geeigneten Behältern wie schönen Dosen oder dunklen Gewürzgläsern. Gemahlener Beifuß sollte zügig verbraucht werden.

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